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Europameisterschaft im Handmähen

Das Mähen mit der Sense hat in Südtirol eine sehr lange Tradition. Es ist noch gar nicht so lange her, da war es die einzige Möglichkeit der Bauern ihre Wiesen oder Getreidefelder zu mähen. Vielleicht wird die Sense in Südtirol ja auch deshalb liebevoll „Segnis“ genannt. Mit ihrem langen Stiel aus Holz und dem vorne aufgesetzten konkaven Messer war das einfache aber effektive Arbeitsgerät eine große Erleichterung im Vergleich zur vorher verwendeten Handsichel.

Die richtige Technik beim Mähen lernte die Südtiroler Landbevölkerung bereits von Kindesbeinen an und gab sie dann an die nächste Generation weiter. Als Maschinen nach und nach auch den Südtiroler Bauern ihre harte und beschwerliche Arbeit erleichterten, geriet das Handmähen allerdings zunehmend in Vergessenheit. Nur besonders unzugängliche Hänge am Berg werden auch heute noch mit der Sense gemäht.

Die Bauernjugend, die sich für die Pflege und den Erhalt von Bräuchen und Traditionen einsetzt, erkannte das Potential der Sense als Sportgerät und begann damit sportliche Wettkämpfe zu organisieren. Das Handmähen verlangt neben Ausdauer, Kraft und Konzentration nämlich auch jede Menge Geschicklichkeit und Können. Dies kann nur durch viel Übung und hartes Training erreicht werden. Die ersten internationalen Wettkämpfe fanden bereits ab 1969 statt.

Mit der Zeit fand das traditionelle Handmähen als originelle Sportart seinen Weg zurück ins Tal und erfreut sich heute immer größerer Beliebtheit. Vor allem junge Menschen mit oder ohne Bezug zur Landwirtschaft haben den unkonventionellen Sport für sich entdeckt. Internationale Wettkämpfe mit interessantem Rahmenprogramm, Festen und vielen Möglichkeiten zum Knüpfen von neuen Kontakten machen das Handmähen zur attraktiven Freizeitbeschäftigung.

Heuer fand die Europameisterschaft im Handmähen vom 06.-08. September 2013 in Toblach im Pustertal statt. Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Österreich, der Schweiz, Deutschland bzw. Bayern, Slowenien, dem Baskenland und natürlich auch aus Südtirol traten einzeln und in der Mannschaft gegeneinander an.

Die männlichen Teilnehmer mussten je ein Feld mit 100 m² mähen, während die Teilnehmerinnen auf einer Fläche von 35 m² um den Sieg kämpften. Dabei geht es allerdings nicht nur um die Geschwindigkeit, denn wer unsauber mäht und zu viele Grasbüschel stehen lässt, kassiert Strafpunkte und riskiert somit den Sieg.

Die Europameisterschaft im Handmähen ist ein Event, das außergewöhnliche sportliche Leistungen mit uralter Tradition verbindet und sowohl Teilnehmern als auch Zuschauern jede Menge Spaß und Unterhaltung bietet.

 

Weitere Informationen und das volle Programm unter www.sbjtoblach-bz.it

Fotos: © Südtiroler Bauernjugend

am 02.09.2013