Magazin.Suedtirol.com

Papperlook

Früher bestand sie einfach aus einem Metallrahmen und geschliffenen Gläsern und bereitete ihrem Träger oft keine große Freude, weder hinsichtlich Ästhetik noch in Bezug auf Tragekomfort. Heute ist sie ein wahres Fashion-Objekt, ein trendiges Accessoire, das sich viele Menschen – selbst ohne Sehschwäche – gerne auf die Nase setzen. Die Brille. Es gibt sie in allen nur erdenklichen Formen und Farben, große und kleine, ganz schlichte, mit Glitzer und Glamour, aus Kunststoff, Holz und sogar Papier. Papier? Ganz recht. Leicht ungewöhnlich – aber auch ungewöhnlich leicht. 

Die papierne Leichtigkeit bei der Herstellung einer Brillenfassung zu bewahren, diese zugleich mit Eigenschaften wie Stabilität und Wasserfestigkeit zu verbinden und somit alltagstaugliche Papierbrillen herzustellen – das war die Herausforderung, der sich Michael Brugger und Markus Kirchler stellten. Mit Erfolg. Die beiden Optiker, Designer und zweifellos Tüftler aus Leidenschaft haben eifrig gegrübelt, immer wieder ausprobiert und schließlich Anfang 2014 gemeinsam mit Gabriel Doro (zuständig für Produktdesign und Marketing) sowie Alexander Wild (Organisation und Verwaltung) in Brixen das Unternehmen Papperlook gegründet.

Von der Idee zum Produkt

Inspiriert von einem englischen Künstler im TV, der aus Buchseiten stabile Ringe fertigte, brachten Markus und Michael die ersten Ideen zu Papier. Bis sie die marktreifen, mittlerweile maschinell gefertigten Augengläser in ihren Händen hielten, sind etwa zwei Jahre vergangen. Gar keine so lange Zeit, wenn man bedenkt, dass sie aus einem uralten, flachen und fragilen Werkstoff ein modernes, dreidimensionales Objekt gemacht haben. Ein Gebilde, das sowohl stabil als auch flexibel ist, der Begegnung mit Wasser standhält und in dem Gläser befestigt werden können.

Das Ergebnis macht Brillenträger auf jeden Fall neugierig. Die Papperlook-Fassungen wiegen zwischen 16 und 23 Gramm, je nachdem ob sie nur aus Papier bestehen (Serie "Papper") oder mit anderen Materialien wie Holz und/oder Stoff und Kunstleder sowie Spezialpapier mit Struktur kombiniert sind (Serien "Hide Herlot" und "Dreamfellers"). Ihr Kern setzt sich dabei jeweils aus mehreren Lagen Papier zusammen, die mit einem haut- und umweltfreundlichen Klebstoff verbunden werden – anfangs in minuziöser Arbeit per Hand, jetzt maschinell.

Dabei sind es gerade diese verklebten Papierschichten, die für die genannten positiven Eigenschaften sorgen. Durch Verschmelzung mit anderen Werkstoffen sowie die speziellen Designs ist jede Papierbrille ein Unikat. Ob in auffälliger und extravaganter Ausführung oder als schlichteres Modell, das leichte Papierherz sieht man den Fassungen auf den ersten Blick kaum an.

Papier schreibt selbst Geschichte

Dem Papier haben die Papierbrillen-Macher jedenfalls eine ganz neue Aufgabe gegeben. Es dient nicht mehr nur als beschreibbare Unterlage für Geschichten, Ideen und Wissen, sondern auch als Hilfsmittel zum Lesen. Zumindest als Rahmen drum herum. So hat quasi auch das Papier ein klein wenig Geschichte geschrieben, womit sich der Kreis wieder schließt. Darüber hinaus zeigt das Papier dank Papperlook nicht nur seine grundsätzlich weiße, nahezu eindimensionale Seite. Ganz im Gegenteil, es verwandelt sich in einen echten Hingucker, der die Blicke auf sich zieht – und zwar auf beiden Seiten der Brillenfassung.

Erhältlich sind die Papperlook-Brillen derzeit bei Mimic Optics in Brixen, vorerst nur als Sehbrillen, ab Frühling 2015 auch als Sonnenbrillen und zu einem Preis von 250 bis 350 Euro.

 

Weitere Informationen:
www.papperlook.com

Fotos © Papperlook

geschrieben von
Steffi
am 02.12.2014