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Alltägliches wird zu Einzigartigem

Neulich stieß ich auf ein interessantes Bild, das sich als Foto eines Rings herausstellte. Beim näheren Betrachten entdeckte ich auf der detailreichen Oberfläche des Schmuckstücks Wörter, Buchstaben und Zahlen. Wurde das Stück etwa tatsächlich aus Zeitungspapier gemacht? Ich wurde neugierig und wollte sofort die Geschichte hinter diesem besonderen Ring erfahren.

Das Foto zeigt ein Schmuckstück der Südtiroler Designerin Eva Maria Moser aus Algund, in der Nähe von Meran. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem flüchtigen Wert einer Zeitung neues Leben einzuhauchen und aus einem scheinbar wertlosen Material etwas Wertvolles und Einzigartiges zu schaffen.

Viele Kunden der innovativen Designerin wollen sich bestimmte Zeitungsausschnitte, die für sie eine persönliche Bedeutung haben, zu einem Schmuckstück verarbeiten lassen. Auf diese Weise können sie bedeutende Ereignisse im Leben immer bei sich tragen. Auch viele Gäste und Südtirol-Fans lassen sich einen Ring, eine Kette oder ein paar Ohrringe aus einer Südtiroler Tageszeitung machen, um ein ganz besonderes Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Jedes Stück wird nach den Wünschen der Kunden angefertigt und ist ein Unikat.

Die vielschichtige Farb-Welt der Zeitung funktioniert wie ein Chamäleon und passt sich der Person an, die das Schmuckstück trägt. Es harmoniert mit der Haarfarbe, dem Hautton und der Kleidung der Trägerin oder des Trägers. Nicht zuletzt deshalb sind Eva Maria Mosers liebevoll gestaltete Schmuckstücke eine beliebte Geschenkidee, mit der man immer ins Schwarze trifft.

Durch die ausgeklügelte Verarbeitungstechnik, welche sich die Autodidaktin selbst beigebracht hat, wird das Material hart wie Stein. Die positiven Eigenschaften des Zeitungspapiers, wie zum Beispiel seine Leichtigkeit und das einzigartige Spektrum an Farben, bleiben erhalten. Auch die Buchstaben, Wörter und Zahlen bleiben klar lesbar. Dabei überträgt Eva Maria Moser stets den Charakter der verwendeten Tageszeitung auf das Schmuckstück. Dieser besteht unter anderem aus einem spezifischen Grundfarbton, einer bestimmten Schriftart und aus wiedererkennbaren Stilelementen.

Die Idee zu dieser Verarbeitungstechnik ist durch Zufall entstanden. Den ersten Ring hat die Künstlerin aus Algund noch während ihres Studiums an der Fakultät für Design und Künste an der Freien Universität Bozen für eine Freundin angefertigt. Da das Einzelstück so gut ankam, begann Eva Maria Moser die Technik zu verfeinern. Um bestimmte Handgriffe zu erlernen hat sie auch Goldschmieden über die Schulter geschaut.

Durch das Studium hat die Südtirolerin gelernt Materialien mit neugierigen Augen zu betrachten, ihren Verwendungszweck zu entfremden und etwas Neues daraus zu machen. Die Inspiration für ihre kleinen Kunstwerke holt sie sich vom Rohmaterial selbst, also von den Zeitungsausschnitten, aber auch von der vielfältigen Südtiroler Landschaft. Diese sieht Eva Maria Moser als idealen Rahmen für kreatives Arbeiten. Der Gegensatz zwischen den markanten Bergen und den mediterranen Landschaften, sowie die ausgeprägten Eigenheiten der vier Jahreszeiten in Südtirol sind eine geradezu unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Ihren Durst nach Neuem und Fremdem stillt sie auf Reisen, von denen sie aber immer wieder gerne an den elterlichen historischen Bauernhof in Algund zurückkehrt. Neben neuen Ideen nimmt die Designerin meist auch Zeitungsausschnitte aus fremden Ländern mit, die sie zu persönlichen Erinnerungsstücken verarbeitet.

Wer sich ein Unikat aus einem persönlichen Zeitungsausschnitt wünscht oder nach einem besonderen Geschenk oder Souvenir sucht, kann Eva Maria Moser nach Voranmeldung in ihrer Werkstatt auf dem Oberwiesterhof in Algund besuchen. Auch bei der jährlichen Veranstaltung Tiroler Schlossweihnacht ist Eva Maria Moser mit ihrem einzigartigen Schmuck dabei. Wer keine Gelegenheit hat demnächst nach Südtirol zu kommen, kann die Kunsthandwerkerin auch über Internet kontaktieren und ihr die gewünschten Materialien per Post zuschicken.

 

Weitere Informationen
www.evamariamoser.com

Fotos: © Eva Maria Moser

am 09.04.2015